|
Zurück zu In Calvörde soll der Betreiber eines Einkaufsmarktes die Möglichkeit bekommen, an einem anderen Standort neu und größer zu bauen
Ausschuss empfiehlt Änderung für "Teufelsküche"
Um im Bebauungsgebiet "Teufelsküche" in Calvörde einen neuen Einkaufsmarkt entstehen zu lassen, soll der Bebauungsplan zum zweiten Mal geändert werden. Die Mitglieder des Bauausschusses der Gemeinde Calvörde trafen sich am Mittwochabend, um die Bedenken einiger Anwohner, die gegen die Änderung des Planes sind, und das Ziel der Gemeinde, den Marktbetreiber in Calvörde zu halten, abzuwägen.
Calvörde. "Wir haben lange den alten Standort des NP-Marktes an der Geschwister-Scholl-Straße in Calvörde favorisiert. Aber die Räumlichkeiten sind dem Marktbetreiber zu klein und die Stellplätze reichen nicht aus. NP möchte neu bauen", beschrieb Olaf Schmidt, Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde Calvörde. Er ergänzte: "2008 stellte NP schon den Antrag, an einem anderen Standort in Calvörde bauen zu können. Schon im damaligen Gemeinderat waren wir uns einig, den Verbrauchermarkt zu halten und einen neuen Standort anzubieten, um den Wettbewerb im Ort zu erhalten." Schmidt verließ wegen Befangenheit, denn er wohnt selbst im Wohngebiet "Teufelsküche", die Tischrunde und übergab das Zepter an seinen Stellvertreter Karl-Heinz Lindeke.
Hartmut Siemko, Mitarbeiter des Bauamtes, schilderte: "Bereits 2006 stellte NP eine Bauvoranfrage, einen neuen Markt an der Ecke Amtsweg/Teufelsküche zu errichten. Das scheiterte damals in puncto einer Eigentumsfrage."
Jetzt soll der Markt an der Ecke Apfelweg/Amtsweg entstehen. Eigentlich sollte der Einkaufsmarkt hinter dem Lärmschutzwall gebaut werden. Der Marktbetreiber besteht jedoch darauf, dass der zu erwartende Kundenstrom vom Durchfahrtsverkehr den Markt vom Amtsweg aus sehen kann. Wegen dem so genannten werbewirksamen Auftritt soll der bestehende Wall deshalb verkürzt werden.
"Wir haben damals 1992 den Lärmschutzwall aus dem hohlen Bauch heraus geplant und im B-Plan festgeschrieben. Es gab jetzt eine entsprechende Untersuchung, die ergab, dass wir den Wall umsetzen können", sagte Siemko. Zu den Änderungen des Planes gehört auch, dass es – auf Wunsch von Anwohnern – eine Unterbrechung des Apfelweges gibt, um den durchgängigen Fahrzeugverkehr zwischen der Haldensleber Straße in Höhe der Bus- haltstelle und dem Amtsweg zu verhindern. Damit soll dem Wohngebiet keine zusätzliche Belastung zugeführt werden. Der neue Einkaufsmarkt soll laut Planänderungsentwurf nur vom Amtsweg aus mit Fahrzeugen zu erreichen sein.
Um den Plan ändern zu können, gab es eine öffentliche Auslegung des Entwurfes. Es erfolgte außerdem die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.
Acht Bürger hatten ihre Befürchtungen schriftlich geäußert. "Eine Liste mit diesen Bedenken und Hinweisen von Anwohnern und den dazugehörigen Stellungnahmen der zuständigen Abteilungen liegt uns vor. Wir müssen nun Punkt für Punkt abwägen", erklärte Lindeke. Anwohner befürchten unter anderem zusätzlichen Lärm und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Ein Schallschutzgutachten wurde am 5. November 2009 erstellt. Dies bestätigt, dass die Änderung es Planes zulässig ist. Eine Anwohnerin des Apfelweges befürchtet, dass die Zuwegung zu ihrem Grundstück nicht mehr gewährleitet ist. "Die Zufahrt zum Apfelweg ist über die Haldensleber Straße abgesichert", erklärte Siemko.
Andere Bewohner der "Teufelsküche" weisen darauf hin, dass ihre angrenzenden Grundstücke an Wert verlieren würden. "Das sind hier Interessen von einzelnen Bürgern. Die Allgemeinheit geht vor", meinte Heinrich Aderholz, Mitglied im Ausschuss. Weitere Bürger fordern Ausgleichsmaßnahmen. "Die Naturschutzbehörden haben dem Planenwurf und den Ausgleichsmaßnahmen, die darin enthalten sind, zugestimmt", betonte Siemko.
Siegfried Kühne, Bewohner von Calvörde, wollte wissen, ob der neue Markt auch vom Wohngebiet her befahrbar sein wird. Siemko erklärte, dass der Einkaufsmarkt – laut der Forderung der Bewohner des Wohngebietes – nur vom Amtsweg her befahrbar ist. Kühne befürchtet, dass der Verkehr dann auf der Straße Teufelsküche stark zunehmen wird.
"Der Betreiber hat gesagt, entweder baut er an der Landesstraße oder gar nicht. Er braucht mehr Platz und mehr Kunden. Es ist für viele Calvörder ein etwas längerer Weg. Aber wir müssen in diesen sauren Apfel beißen, um den Markt nicht ganz und gar zu verlieren", sagte Lindeke.
Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Bauausschusses im Abwägungsbeschluss, dass sie dem Gemeinderat empfehlen, der Satzung zur zweiten Änderung des Bebauungsplanes zu zustimmern.
|
Kommentar
Mit ' * ' markierte Felder bitte ausfüllen
Bitte die Buchstaben aus dem obigen Bild eingeben
und die untenstehenden Felder ausfüllen.
|